Auch mit einer Solaranlage beziehst du weiterhin Netzstrom — vor allem im Winter, bei schlechtem Wetter und nachts. Der richtige Stromtarif kann dir zusätzlich 200–500 €/Jahr sparen. Als PV-Besitzer hast du andere Anforderungen als ein normaler Haushalt: Du brauchst weniger Strom vom Netz, verbrauchst ihn zu anderen Zeiten, und kannst mit einem Speicher sogar gezielt günstig einkaufen.

200–500 €/Jahr
zusätzliche Ersparnis durch den Wechsel zum optimalen Stromtarif für PV-Besitzer

Worauf PV-Besitzer beim Stromtarif achten sollten

  • Niedrige Grundgebühr: Mit PV sinkt dein Netzbezug oft auf 1.500–2.500 kWh/Jahr. Tarife mit hoher Grundgebühr (über 12 €/Monat) werden bei kleiner Abnahmemenge unverhältnismäßig teuer. Achte auf das Verhältnis Grundgebühr zu Arbeitspreis — bei wenig Netzbezug schlägt die Grundgebühr überproportional zu Buche.
  • Dynamische Stromtarife: Anbieter wie Tibber, aWATTar oder Ostrom bieten stundenweise variable Preise basierend auf dem Börsenstrompreis. In Kombination mit einem Speicher kannst du nachts günstig laden (oft unter 15 ct/kWh) und tagsüber den eigenen Solarstrom nutzen — das ist die effizienteste Strategie für PV-Besitzer.
  • Wärmepumpen-Tarif: Für Wärmepumpen gibt es spezielle günstigere Tarife (ca. 22–28 ct/kWh) mit separatem Zähler. Die Ersparnis gegenüber dem normalen Hausstromtarif beträgt ca. 200–400 €/Jahr. Viele Netzbetreiber bieten diesen Tarif auf Anfrage an.
  • Cloud-Tarife: Anbieter wie Senec oder sonnen bieten Cloud-Speicher: Du speist Solarüberschuss ins Netz ein und beziehst ihn im Winter zurück. Monatliche Kosten: 20–40 €. Lohnt sich nur bei hohem Winterverbrauch und wenn der Cloud-Tarif günstiger als die Einspeisevergütung plus regulärer Netzbezug ist.
  • Ökostrom: Wer den Restbedarf mit echtem Ökostrom deckt, rundet die persönliche Energiewende ab. Preisaufschlag gegenüber Normalstrom: nur noch 1–2 ct/kWh — ein überschaubarer Aufpreis für gutes Gewissen und vollständige CO₂-Neutralität.

Dynamische Tarife mit Speicher: So funktioniert die Strategie

Die Kombination aus PV-Anlage, Batteriespeicher und dynamischem Stromtarif ist die Königsdisziplin der Energieoptimierung. Wer alle drei Bausteine richtig einsetzt, kann seinen Stromkostenanteil aus dem Netz auf ein Minimum reduzieren:

Tagesablauf mit optimalem Energiemanagement

  • Tagsüber: PV produziert Strom → Eigenverbrauch zuerst, dann Speicher laden, Überschuss ins Netz einspeisen
  • Abends/Nachts: Speicher entladen → kein oder sehr wenig Netzbezug nötig
  • Günstige Börsenpreise (nachts): Speicher über Netz laden für 10–15 ct/kWh statt 34 ct/kWh
  • Teure Börsenpreise (Spitzenzeiten): Gespeicherten Strom nutzen — oder bei sehr hohen Preisen gewinnbringend einspeisen

Energiemanagementsysteme wie evcc (Open Source, kostenlos) oder Home Assistant mit dem Tibber-Plugin automatisieren diese Strategie vollständig. Du legst einmal die Regeln fest — das System übernimmt den Rest. Viele moderne Batteriespeicher (SMA, Sungrow, Huawei) haben diese Logik bereits integriert und kommunizieren direkt mit Tibber oder aWATTar.

Wie viel du konkret sparen kannst, hängt von deiner Speichergröße, deinem Verbrauch und dem lokalen Netzanschlusspunkt ab. Als Faustregel gilt: Wer mit einem 10-kWh-Speicher und dynamischem Tarif arbeitet, spart gegenüber einem Festpreisvertrag rund 150–300 € zusätzlich pro Jahr — on top zur Eigenverbrauchsersparnis durch die PV-Anlage selbst.

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Häufig gestellte Fragen zum Stromtarif mit PV-Anlage

Die wichtigsten Fragen zu Tarifwahl, Einspeisung und dynamischen Strompreisen:

Welcher Stromtarif passt zu einer PV-Anlage?

PV-Besitzer sollten auf einen Tarif mit niedrigem Arbeitspreis (je kWh) achten, da ein hoher Grundpreis die Ersparnis durch Eigenverbrauch relativiert. Ein günstiger Ökostromtarif oder ein flexibler Tarif mit PV-Bonus passt meist besser als ein Grundversorgertarif. Wichtig: Reststrombezug bleibt trotz PV nötig.

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif mit PV?

Ja, vor allem in Kombination mit Speicher und smartem Energiemanagement. Dynamische Tarife (z.B. Tibber, Rabot) folgen den Börsenstrompreisen. Bei negativen Preisen speichert man Netzstrom, bei hohen Preisen entlädt man den Speicher. Ohne Speicher ist der Vorteil deutlich kleiner.

Was ist der Unterschied zwischen Einspeisevergütung und Direktvermarktung?

Bei der Einspeisevergütung (Standard bis 100 kWp) bekommt man einen festen Cent-Betrag pro eingespeister kWh. Bei der Direktvermarktung verkauft der Anlagenbetreiber den Strom selbst (oder über einen Dienstleister) an der Börse — rentabler, aber mit mehr Aufwand und schwankenden Preisen.

Sollte ich nach der PV-Installation den Stromanbieter wechseln?

Oft ja. Nach der Installation sinkt der Netzbezug auf 25–40 % des vorherigen Verbrauchs. Viele Grundversorgertarife sind darauf nicht optimiert. Ein Anbieterwechsel zu einem günstigeren Ökostrom- oder Dynamik-Tarif spart häufig 100–300 Euro jährlich — und dauert wenige Minuten online.

Was ist ein Zwei-Richtungs-Zähler und brauche ich den?

Ein Zwei-Richtungs-Zähler misst Strombezug und Einspeisung separat. Für jede PV-Anlage mit Einspeisung ist er Pflicht. Der Einbau erfolgt durch den Netzbetreiber, Kosten liegen je nach Region bei 50–100 Euro jährlich. Moderne Messeinrichtungen (mME) oder Smart Meter erfüllen diese Funktion ebenfalls.