Deutschland fördert den Ausbau privater Solaranlagen auf mehreren Ebenen. Die Förderlandschaft ist komplex — wir haben die wichtigsten Programme für 2026 zusammengestellt, damit du kein Geld verschenkst. Insgesamt können die Steuervorteile und Förderungen die effektiven Kosten deiner Anlage um 20–40 % reduzieren.
Bundesweite Förderungen im Überblick
0 % Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen
Seit dem 1. Januar 2023 gilt der Nullsteuersatz auf PV-Anlagen bis 30 kWp für Wohngebäude. Das bedeutet: Du zahlst den Nettopreis — ohne 19 % MwSt. Die Regelung gilt auch für Batteriespeicher, die nachgerüstet werden, sowie für Ersatzteile und Erweiterungen bestehender Systeme. Die genauen Anlagenkosten 2026 findest du in unserem Preisüberblick.
Einspeisevergütung — gesetzlich garantiert für 20 Jahre
Für Strom, den du nicht selbst verbrauchst und ins öffentliche Netz einspeist, erhältst du eine gesetzlich garantierte Vergütung. Ab Inbetriebnahme läuft der Vertrag automatisch 20 Jahre. Aktuelle Sätze (Stand 2026):
- ca. 8,03 ct/kWh bei Teileinspeisung (Anlagen bis 10 kWp)
- ca. 12,86 ct/kWh bei Volleinspeisung (Anlagen bis 10 kWp)
Die Degression beträgt 1 % halbjährlich — wer früher installiert, sichert sich höhere Sätze.
KfW-Kredit für Erneuerbare Energien
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert PV-Anlagen und Speicher über das Programm 270 mit zinsgünstigen Krediten. Finanzierung bis zu 100 % der Investitionssumme möglich, mit tilgungsfreien Anlaufjahren. Effektiver Jahreszins ab ca. 4,5 % (Stand 2026). Der Kredit kann mit Landesförderungen kombiniert werden.
Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG
Einnahmen und Entnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp sind seit 2023 komplett von der Einkommensteuer befreit. Das bedeutet: keine Gewerbeanmeldung, keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung, keine Umsatzsteuer-Erklärung. Die Vereinfachung gilt rückwirkend ab dem Veranlagungsjahr 2022.
Solarstrom für Elektroautos — Wallbox-Förderung
Das KfW-Programm 442 fördert die Kombination aus PV-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox mit einem Zuschuss von bis zu 10.200 €. Das Programm ist mit begrenzten Mitteln ausgestattet und war zuletzt schnell ausgeschöpft — frühzeitig informieren und Antrag stellen, bevor das Budget erschöpft ist.
Regionale Förderungen nach Bundesland
Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderprogramme. Diese lassen sich in der Regel mit den bundesweiten Förderungen kombinieren. Die wichtigsten im Überblick:
- Nordrhein-Westfalen progres.nrw — Förderung für Batteriespeicher, Wallboxen und Steuersysteme. Zuschüsse je nach Programmschwerpunkt und verfügbarem Budget.
- Bayern EnergieBonusBayern — Zuschüsse für PV-Anlagen mit Speicher. Zusätzlich kommunale Programme in München, Nürnberg und Augsburg mit eigenen Fördertöpfen.
- Berlin SolarPLUS — bis zu 15.000 € Förderung für Speicher, zuzüglich Berliner Stadtwerke-Bonus für Kunden des Berliner Stadtwerke-Netzwerks.
- Baden-Württemberg Förderprogramm Netzdienliche Speicher sowie L-Bank Klimakredit für energetische Modernisierungen inklusive Photovoltaik und Speicher.
- Niedersachsen NBank-Förderung für PV auf Nichtwohngebäuden, kommunale Programme in Hannover und Bremen mit Zuschüssen für private Haushalte.
- Schleswig-Holstein Klimaschutz-Förderprogramm des Landes sowie Speicherförderung durch einzelne Kommunen und Stadtwerke.
- Hamburg IFB-Förderung Erneuerbare Wärme sowie Hamburger Energiepass — kombinierbare Programme für energetische Sanierung und Stromerzeugung.
- Sachsen SAB-Förderung für Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur — Förderanträge über die Sächsische Aufbaubank (SAB).
Tipps zur Förderung
Wichtig: Fördermittel immer vor dem Kauf beantragen — nachträgliche Anträge werden fast immer abgelehnt. Das gilt für KfW-Kredite ebenso wie für Landes- und kommunale Programme.
- Kommunale Förderungen prüfen: Viele Städte — z.B. Freiburg, Heidelberg, Münster — bieten eigene Zuschüsse von 500–2.000 € zusätzlich zu Landes- und Bundesförderungen.
- Kombinierbar: 0 % MwSt + Landesförderung + kommunaler Zuschuss + KfW-Kredit lassen sich in der Regel miteinander kombinieren. Die Gesamtförderung kann so erheblich sein.
- Budget-Programme: Förderungen mit begrenzten Mitteln (wie KfW 442) sind schnell ausgeschöpft. Informiere dich frühzeitig und stelle den Antrag unmittelbar nach Installationsplanung.
- Datenbank nutzen: Auf foerderdatenbank.de findest du eine aktuelle Übersicht aller Förderungen nach Bundesland und Zielgruppe.
Fördermöglichkeiten kostenlos prüfen
Ein Fachbetrieb kann dir bei der Antragsstellung helfen und sicherstellen, dass du alle verfügbaren Förderungen ausschöpfst. Über Tarifcheck.de kannst du direkt kostenlos Angebote von qualifizierten Installateuren einholen, die die Förderberatung übernehmen:
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Häufig gestellte Fragen zur PV-Förderung
Die wichtigsten Fragen rund um Einspeisevergütung, Steuerbefreiung und Förderprogramme:
Welche Förderungen gibt es 2026 für Photovoltaik?
2026 gibt es drei zentrale Förderbausteine: die 0 %-Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation (bis 30 kWp), die Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG, sowie zinsgünstige KfW-Kredite (Programm 270). Einige Bundesländer und Kommunen ergänzen mit Zuschüssen zwischen 500 und 3.000 Euro, vor allem für Speicher.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Für PV-Anlagen mit Teileinspeisung liegt die Vergütung 2026 bei etwa 7,95 Cent/kWh (bis 10 kWp) und 6,88 Cent/kWh (10–40 kWp-Anteil). Bei Volleinspeisung sind es rund 12,60 Cent/kWh (bis 10 kWp). Die aktuellen Sätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur halbjährlich.
Muss ich auf Einnahmen aus meiner PV-Anlage Steuern zahlen?
In den meisten Fällen nein. Seit 2022 sind PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit. Das gilt auch rückwirkend für Bestandsanlagen. Eine Gewerbeanmeldung ist für diese Fälle nicht nötig. Die 0 %-MwSt gilt beim Kauf und Installation.
Gibt es 2026 noch einen KfW-Kredit für PV?
Ja. Das KfW-Programm 270 („Erneuerbare Energien – Standard“) vergibt weiterhin zinsgünstige Kredite für PV und Speicher. Konditionen werden alle 2–4 Wochen angepasst — aktuell rund 4–5 % effektiver Jahreszins. Der bekannte Zuschuss 442 für Ladestationen ist hingegen ausgelaufen.
Werden Batteriespeicher separat gefördert?
Seit 2023 gilt die 0 % Mehrwertsteuer auch für Speicher, sofern sie zusammen mit einer PV-Anlage bis 30 kWp installiert werden. Direkte Zuschüsse gibt es nur noch regional — etwa in Bayern, Berlin oder einigen Städten. Die aktuelle Förderdatenbank des Bundes listet alle verfügbaren Programme auf.